25./26. Januar 2025 - Saignelégier (Dryland)

51 Jahre lang war Saignelégier ein Schneerennen. 21 Ausgaben davon mussten wegen Schneemangels abgesagt werden. Für dieses Jahr sagten sich die Organisatoren nun: Wir machen auf jeden Fall ein Rennen - wenn es keinen Schnee hat, dann halt auf Rädern. Und mit dieser Entscheidung dürften sie wegweisend für die Zukunft sein. Vielleicht liegt die Zukunft unseres Sports in solch flexiblen Angeboten, die auf die Launen der Natur reagieren. Launen, die angesichts des Klimawandels immer häufiger werden.
Der Mut und die Voraussicht der Organisatoren wurde belohnt. Rund 70 Gespanne erschienen auf Platz. Nicht so viele wie bei Schneerennen, aber immerhin. Und rund 8'000 Zuschauer wollten das sehen. Nicht so viele wie bei Schneerennen, aber immerhin. Und bei einem Rennen, das vor 52 Jahren von meinem Vater mitinitiiert wurde und bei dessen 50-Jahr-Jubiläum ich mein Debut auf Schnee feierte, wollte ich natürlich unbedingt dabei sein bei der Dryland-Premiere.
Durch Gewisse Umstände hatte ich nur drei einsatzfähige Hunde zur Verfügung und konnte keinen Trainingswagen in den Jura transportieren. Deshalb fuhr ich mit dem Bike zwei Mal die kleine Runde (4.5 Kilometer), wobei Horak zwei Mal laufen musste. Einmal mit Gaëna und einmal mit Fajara. Klar war die Kombination mit Gaëna die schnellere, weshalb dieses Gespann als erstes startete, ich nach absolvierter Runde zum Stakeout ging, Gaëna schnell ausgeschirrte, in die Box versorgte, Fajara eingeschirrte und gleich einen zweite Runde absolvierte. Ich kam mir ein bisschen vor wie bei einem Radwechsel in der Formel 1. Dank tatkräftiger Hilfe von Tinu und Astrid, meinen Stakeout-Nachbarn vom Aurora Malamut Team schaffte ich diese Herausforderung.
Am ersten Tag waren die Temperaturen sehr hoch. Dennoch liefen die Hunde äusserst schnell. Horak war bei seinem zweiten Lauf etwas unkonzentrierter - vielleicht weil er den Trail schon kannte, vielleicht weil es mit Fajara halt ein bisschen langsamer war. Der Trail war anspruchsvoll und abweschslungsreich und beim zweiten Einsatz kam auch ich ziemlich aus der Puste. Am zweiten Tag waren die Temperaturen dann etwas kühler. Horak und Gaëna liefen wie die irren. Und Horak liess sich von zwei am Trail-Rand stehenden Hunden nicht gross aus der Konzentration bringen. Auch die Kombination Horak-Fajara funktionierte gut und lief sensationell.
Eine Rangliste gab es nicht. Die Organisatoren verlosten Preise unter allen Teilnehmenden. Die Zeiten wurden dennoch publiziert. Ich war sehr stolz, dass ich mit Horak und Gaëna in beiden Läufen gesamthaft nur fünf Minuten auf die Weltmeisterin im Bike-Jöring verlor (die nota bene mit Hounds fuhr). Und zusammen mit Fajara war Horak nur neun Minuten langsamer als zusammen mit Gaëna.
Speziell an Saignelégier ist auch das Zuschauer-Interesse. Um die Stakeouts bildeten sich Trauben von Menschen, die viel Interesse für den Sport und die Hunde zeigten. Insgesamt war es ein erfolgreiches Wochenende. Mit Hunden, die gut drauf waren, mit Begegnungen mit Musher-Freunden, mit einem Super-Trail und mit Organisatoren und freiwilligen Helfern, die ihr Handwerk verstehen. Merci beaucoup, Saignelégier!

14./15. Dezember 2024 - Thalheim an der Thur (Dryland)

Dank einem ausgeliehenen Wagen konnten wir in der 3- bis 4-Hundekategorie starten. Im ersten Lauf noch als nicht-reinrassig (es hat ein Missverständnis gegeben bei der Anmeldung: Ich habe sieben Hunde angegeben am Stakeout, wovon ein Mischling und sechs Sibirier - die Organisatoren sind dann davon ausgegangen, dass Wanda mit im Gespann läuft...), habe ich das für den zweiten Tag korrigiert. Es liefen: Gaëna im Lead, Fajara und Horak als Wheeler. 
Im ersten Lauf wollte ich Horak rechts einspannen, aber er hat dermassen nach links gezogen, dass ich noch vor dem Start umspannte. Ich war aber stolz, wie das Team ohne Mithilfe vom Doghandler an den Start lief. Im Rennen haben wir dann etwas Zeit verloren, weil wir hinter einem Malamuten-Gespann hergefahren sind. Ich wollte nicht überholen, weil es zu eng war. Das führte dann dazu, dass wir im zweiten Lauf eine bessere Zeit fuhren.
Ich war sehr zufrieden mit meinem jungen Team. Die Überholmanöver klappen immer besser. Gaëna hat die Kommandi super umgesetzt. Am Schluss sind wir auf dem dritten Platz gelandet in einem sechser Feld praktisch nur aus Reinrassigen.

23./24. November 2024 - Sennwald (Dryland)

Sennwald scheint unser Rennen zu sein. Im Scooter lang haben wir mir Fajara und Gaëna den ersten Platz geholt bei den Reinrassigen (wie bereits im Vorjahr), im Scooter kurz mit Gaëna und Horak den zweiten Platz bei den Reinrassigen.
Besonders Freude habe ich an Horak gehabt, der in Thun nachdem wir am Golfplatz vorbeikamen wo sie gerade Abschläge übten ziemlich vergelstert war. Da lief er alleine und ich habe ihn für den zweiten Lauf rausgenommen. In Sennwald habe ich ihm Gaëna zur Seite gestellt und die hat ihn im ersten Lauf bei der Pfote genommen und ihn sicher durch den Trail geführt. Im zweiten Lauf hatte er dann bereits so viel Sicherheit, dass ich ihm die Kommandi zugerufen habe und er hat sich sauber umgesetzt.
An Gaëna hatte ich Freude, weil sie in zwei Kategorien gelaufen ist, in beiden Kategorien eine andere Rolle hatte und zwischen diesen Rollen ohne weiteres hin und her switchen konnte.
An Fajara hatte ich Freude, weil sie vollen Einsatz gezeigt hat und sich das Kacken für einmal verklemmen konnte.
Wegen des Wintereinbruchs haben viele Musher auf eine Teilnahme verzichtet. Die haben was verpasst. Sennwald 2024 war eine sehr schöne Auflage des Rennens. Ein würdiges Jubiläums-Rennen für den organisierenden Schlittenhundeverein Liechtenstein, der sein 25jähriges Bestehen feiern kann.

16./17. November 2024 - Thun (Dryland)

In Thun bin ich erstmals in zwei Kategorien gestartet. Die 7.1 Kilometer der Kategorie Scooter lang bin ich mit Fajara und Gaëna gefahren, Die 4.1 Kilometer Scooter kurz mit Horak. Während der erste Renntag vom Nebel geprägt war, schien am zweiten die Sonne. Kontrastprogramm zum Vorjahr in Thun, als es unaufhörlich regnete.
Im Scooter lang haben meine Mädels zwar erneut unterwegs statt am Stakeout ihr Geschäft verrichtet und Gaëna hatte ein paar Flausen im Kopf. Dennoch sind wir auf dem siebten Zwischenrang hinter all den Hounds-Teams gelandet und haben ein gemischtes Team (Husky und Podenco) und das zweite reinrassig nordische Team hinter uns gelassen. Einmal mehr also schnellstes nordisches Team. Im zweiten Lauf gab es gleich mehrere WC-Stopps (obschon ich vor dem Rennen mit Fajara noch extra eine Runde an der Leine gegangen bin und sie tatsächlich ihr Geschäft verrichtet hat) und Gaënas Flausen waren noch nicht vorüber. So kam es, dass das hinter uns platzierte Team uns bald einholte und wir den Vorsprung vom ersten Lauf verloren haben. Nun war dieses Team aber so eingestellt, dass es mit einem "Hasen" vorne dran schnell lief und überholte, danach aber anfing zu bummeln. Ich bin eine zeitlang hinterher gebummelt, habe überholt, Gaëna Flause, bin wieder überholt worden. Das wiederholte sich ein paar Mal bis vor dem Ziel, wo wir uns dann in unserem gewohnten Tempo flausenfrei absetzen konnten. Einen Rang haben wir verloren und fielen auf den achten Schlussrang zurück. Das schnellere nordische Team sind wir geblieben.
Horak alleine laufen zu lassen war risikoreich. Seine geringe Erfahrung hätte auch ein Hindernis sein können. Aber er machte seine Sache sehr gut. Zwar wankte er zwischen den Fähnchen, die die Strecke markierten, ein bisschen hin und her. Das ist aber auch schwierig für ihn als Anfänger. Zu entgegenkommenden Gespannen wollte er zuerst hin, liess sich aber gut korriegieren. Überholmanöver: sensationell! Und dann kam der Golfplatz, wo sie Abschläge übten. Horak erschrak wegen des Abschlagens und flüchtete ins Feld. Von diesem Moment an war er skeptisch in jeder unbekannten Situation. Am Waldrand standen zwei Streckenposten: Horak flüchtet in den Wald. Am Streckenrand sitzt ein Fotograf: Horak flüchtet ins Feld. Im Ziel rufen sie über lautsprecher gut gemeint "Hopp! Hopp!", weil wir das letzte Team waren: Horak macht kehrt und will flüchten. Zwischendurch habe ich ihn immer wieder zum Rennen gebracht, aber als er im Ziel war, legte er sich nieder und wollte nichts mehr. Ich habe ihn ins Stakeout getragen und uns für den zweiten Tag abgemeldet. Ich wollte nicht, dass er am zweiten Tag allenfalls noch mehr negative Erfahrungen macht. Nächster Versuch in Sennwald. Dann vielleicht neben der hoffentlich flausenfreien Gaëna.

2./3. November 2024 - Geslau, Deutschland (Dryland)

Die Sleddogfriends Oberndorf e.V. haben in Geslau (Mittelfranken) wieder ein top organisiertes Rennen auf die Beine gestellt mit insgesamt 220 Teams, die am Start waren. Wo man hinschaute sah man zufriedene Gesichter und das Wetter passte - im Gegensatz zum Vorjahr - auch.
Die 7,3 Kilometer lange Sprintstrecke absolvierten wir mit Gaëna und Loupiak (ausgeliehen) im Lead, Fajara und Grischa (ausgeliehen) im Swing und Horak und Akaka (ausgeliehen) als Wheeler. Erstmals kam der eigene Trainingswagen mit. Das Team arbeitete super und absolvierte die anspruchsvolle Strecke mit ein paar Anstiegen und auf wechselndem Untergrund im ersten Lauf in 25 Minuten. Das ergab den fünften Zwischenrang in unserer Kategorie (Sprint, 5 - 6 Hunde, reinrassig) mit insgesamt 8 Teilnehmenden. Am Sonntag war die Strecke etwas langsamer und wir verloren ein bisschen Zeit, obschon ich das Gefühl hatte, wir wären schneller unterwegs gewesen. Dennoch landeten wir auf dem vierten Schlussrang, weil ein Team zum zweiten Lauf nicht mehr angetreten ist.
Im ersten Lauf wurde das Team einmal überholt und hat einmal selber überholt. In beiden Situationen haben die Hunde einwandfrei reagiert.
Mit dabei war natürlich das ganze Rudel. Aramis, Athos und Porthos konnten weitere Stakeout-Erfahrung sammeln und machen das schon sehr gut. Ich freue mich darauf, sie im nächsten Jahr ins Team zu integrieren und dann mit einem Team aus ausschliesslich eigenen Hunden zu fahren.

26./27. Oktober 2024 - Weinfelden (Dryland)

In Weinfelden waren wir dieses Jahr zum ersten Mal. Eigentlich passten mir die Rahmenbedingungen nicht ganz. Für die Rennkategorie setzt der organisierende Verein Dog Cart Thurgau die Altersgrenze auf 18 Monate. An den meisten anderen Rennen liegt sie zwischen 12 und 15 Monaten. Ärgerlich dabei: Horak wird am 8. November 18 Monate alt - war also zwei Wochen zu jung und durfte nur in der "Happy-Dog-Kategorie" starten. Zudem gilt in Weinfelden die Regel: Wer einmal im Stakeout ist kommt bis nach der Rangverkündigung am Sonntagnachmittag nicht mehr raus. Blöd für die die nicht auf Platz übernachten.
Ich habe mich dennoch für eine Teilnahme entschieden, weil liebe Freunde von mir aus Weinfelden sind und an diesem Wochenende auch gerade in Weinfelden waren und natürlich auch, um meinen Nachwuchshunden möglichst viele Erfahrungen auf einem Rennplatz zu geben.
In der Kategorie Scooter lang mit 2 Hunden startete ich mit meinem bewährten Team Fajara und Gaëna. Ich war schon ziemlich stolz, dass ich weder beim Einspannen, noch bei der Verschiebung vom Stakeout zum Start, noch beim Start einen Doghandler benötigte. Die beiden machten das wirklich super und blieben in einem schönen Line-out bis zum Startschuss. Bei beiden Läufen waren wir etwas mehr als 20 Sekunden vor unserem Start auf der Startlinie - der Speaker machte sich beide Mal Sorgen, dass wir nicht erscheinen würden. Aber weshalb soll ich eine Minute am Start warten?
Im ersten Lauf waren wir das schnellste reinrassige Team und die beiden Hounds-Teams in der Kategorie platzierten sich natürlich vor uns. Ich weiss nicht aus welchem Grund - ob Nervosität oder weil sie sich nicht mehr gewohnt waren - verrichteten meine beiden ihr Geschäft nicht am Stakeout. Das führte dazu, dass Fajara im ersten Lauf zwei Mal musste (da gings noch in der Bewegung) und im zweiten Lauf ebenfalls, wobei beim ersten Mal Gaëna ebenfalls die Gelegenheit nutzte. So verloren wir unseren Vorsprung im zweiten Lauf und landeten am Ende mit einem Rückstand von zwei Sekunden auf dem vierten Platz. Wir lieferten uns aber ab Mitte der Strecke ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Drittplatzierten. Stets kampflustig - nie verbissen. Das hat allen Beteiligten sehr viel Spass gemacht. So soll es doch sein.
In der Kategorie "Happy Dog" überlegte ich mir zuerst, ob ich Gaëna mit Horak laufen lassen soll, damit er etwas mehr Sicherheit hat. Ich habe mich dann aber entschieden, auf Risiko zu gehen und Horak alleine laufen zu lassen. Und das hat sich ausbezahlt. Zum Start habe ich ihn noch geführt. Dort stand er aber die meiste Zeit einwandfrei im Line-out. Und im Rennen hatte er einen sehr schönen Drive nach vorne. Überholen ging mit einer Ausnahme sehr gut. Da muss ihn irgendetwas am anderen Hund gereizt haben. Nach ein paar Überzeugungsversuchen von mir war Horak aber dann wieder auf Spur. Und die Richtungskommandi - auch wenn die beiden Rechtskurven sehr gut markiert waren - liefen tadellos. Bei der ersten Rechtskurve kam mein "Gee" nur als Bestätigung, bei der zweiten wusste Horak zuerst nicht so recht, was er tun sollte. Nach zwei, drei Mal "Gee" von mir ging er dann aber rechts. Kurz vor dem Ziel schlossen wir noch einmal zu einem Gespann auf. Ich drosselte das Tempo, weil ich der Meinung war, dass auf der Ziellinie bei einem Plauschrennen ein Überholmanöver sinnlos ist. Das sahen drei Gespanne, die hinter uns waren allerdings anders und rasten an uns vorbei. Horak reagierte super und blieb weiterhin fokussiert. Auch eine gute Übung.
Im Grossen und Ganzen also ein erfreuliches Wochenende.