Über mich
Mein Name ist David Zimmermann. Ich bin in Klingnau im Kanton Aargau aufgewachsen und meine Kindheit war geprägt von vielen Hunden. Als ich 1968 zur Welt kam, hatte mein Vater zwei Samojeden: Ivan und Kira. Mit ihnen gehörte er zu den Pionieren des Schweizerischen Schlittenhundesports. Von einem befreundeten Züchter, Edi Habegger aus dem benachbarten Koblenz, holte er dann ein Jahr nach meiner Geburt seinen ersten Sibirischen Husky: Tschuktschen's Erenek. Klar dass wir im kleinen Klingnau mit unseren Schlittenhunden ziemlich auffielen. Damit aber noch nicht genug Auffälligkeit. Wir waren auch fünf Buben in der Familie.
Mein Vater begann selber zu züchten und so wurden die Hunde ein wichtiger Bestandteil - ja sogar eine Art Identifikation für mich. Ich durfte oft zu Schlittenhunderennen mitgehen und sah dort die grossen Gespanne. Das wollte ich auch einmal tun, wurde mir dabei klar. Meine Eltern bemerkten meine Liebe zu den Hunden und meine Träumereien und auf den dreizehnten Geburtstag schenkten sie mir Chilkoot's Rainbow aus ihrer Zucht. Den Namen hatte ich bereits ausgesucht bevor ich wusste, dass Rainbow einmal mein Hund werden würde. Ich wählte ihn, weil Rainbow eine gesprenkelte Nase hatte. Eine Zeitlang Trainierte ich auch mit Rainbow in einem Dreiergespann. Mit ihr liefen ihre Mutter Juneau und Omaha, ihre Schwester aus einem anderen Wurf. Mein Enthusiasmus wurde aber nicht weiter gefördert. Mein Vater verlor das Interesse an Schlittenhunderennen (aus Gründen, die ich erst heute verstehen kann) und meine Mutter hatte dieses Interesse nie wirklich. Und ich selber ging irgendwann von zu Hause weg und muss zugeben, dass ich das weitere Schicksal von Rainbow nicht mehr verfolgt habe und heute noch immer versuche, zu rekonstruieren.
Ich war lange Zeit unterwegs. In Fribourg, Basel, Bern, Deutschland und landete schliesslich im Engadin. Und irgendwo auf diesem Weg entwickelte sich sogar eine panische Angst vor Hunden. Sie wurde allmählich abgebaut, als eine Arbeitskollegin von mir sich einen Hund kaufte, den Labrador Spike. Es war mir schon etwas unwohl als ich die ersten Male mit ihm allein im Büro war. Bei meiner nächsten Arbeitsstelle hatte die eine Arbeitskollegin ebenfalls einen Hund, die Mischlingshündin Fiora, die mir mit ihrer offenen Art vollends die Angst vor Hunden nahm und in mir meinen alten Traum, eigene Hunde zu haben wieder weckte. Dann besuchte ich nach jahrelanger Abstinenz wieder einmal ein Schlittenhunderennen in Saignelégier. Beim Anblick der Skijöring-Kategorie dachte ich mir plötzlich, dass es doch recht schön wäre, wieder einen Husky zu haben und mit ihm im Engadin über die Loipen zu fetzen. Ein Besuch bei einem Züchter blieb erfolglos, da schon alle Welpen seines Wurfs vergeben waren. Meine Arbeitskollegin machte mich auf die Organisation Animal Happyend aufmerksam und zeigte mir dort einen Husky-Mischling, der zur Adoption frei gewesen wäre. Ich sagte mir aber: Wenn schon einen Husky, dann einen "richtigen", reinrassigen. Auf der Website von Animal Happyend entdeckte ich aber die Mischlingshündin "Berna 2", die mir äusserst gut gefiel. Ich schaute Fotos von ihr an und mir war klar, dass sie Wanda heissen würde. Ich adoptierte sie und vergass fast wieder, dass ich eigentlich einen Husky wollte. Bis ich auf die Idee kam, ein Buch über die Anfänge des Schlittenhundesports in der Schweiz zu schreiben. Ich kontaktierte Pioniere, die ich noch aus meiner Kindheit kannte und hoffte, ihnen Informationen entlocken zu können. Immer wieder fiel dabei der Name Manuela Walter. Sie hätte ein grosses Wissen über die Schlittenhunde in der Schweiz. Manuela Walter ist die Nichte von Edi Habegger, der meinem Vater den ersten Husky verkaufte. Ich kontaktierte sie und traf sie und ihr Rudel. Und irgendwann sagte ich, auf eine Hündin die mir besonders gut gefiel zeigend: "Wenn du mit ihr einen Wurf machst, dann würde ich auch einen nehmen". Es dauerte nicht lange bis ich die Meldung erhielt, Loupiak sei trächtig. Und schon bald kamen acht gesunde Welpen auf die Welt, wovon ich Fajara übernahm. Ein Jahr später war Loupiak wieder trächtig und ich nahm aus dem 7er-Wurf die einzige Hündin Gaëna, weil ich damals nur Hündinnen wollte. Und schon bald kam die Idee auf, selber zu züchten. Ich trat in den Schweizerischen Klub für Nordische Hunde (SKNH) ein, wurde dort in den Vorstand gewählt und holte mit Horak meinen ersten Hund aus dem Ausland - und meinen ersten Rüden. Vorher musste ich aber das Engadin noch verlassen, weil mir meine Wohnung gekündigt wurde und ich keine neue finden konnte. Und so zog ich nach Koblenz, dem Nachbarort von Klingnau. Nach einer ersten Zeit mit meinem Rudel im Olenjok-Kennel bei Manuela Walter, wo ich eine Menge lernen konnte und wo Fajara einen Wurf hatte - den ersten unter dem Zuchtnamen "Racing Chilkoot's" - bin ich nun mit meinen sechs Huskies (aus Fajara's Wurf behielt ich die drei Rüden Aramis, Athos und Porthos) im ehemaligen Tschuktschen-Zwinger, bei dessen Aufbau mein Vater 1972 mitgeholfen hat und ich mit meinen damals vier Jahren im Rahmen meiner Möglichkeiten ebenfalls.
So schliesst sich also der Kreis. Und einmal mehr muss ich sagen: Es kommt alles genau so und genau dann, wie und wann es kommen muss. Und es kommt gut!