24./25. Januar 2026 - Saignelégier (Dryland)
In Saignelégier bin ich immer gerne. Die Organisation ist einfach sympathisch und unter den Teilnehmenden herrscht eine super Stimmung. Wie bereits letztes Jahr haben sich die Organisatoren alle Mühe gegeben und keinen Aufwand gescheut, um aus dem geplanten Schneerennen mangels Schnee ein Wagenrennen zu machen. Der Trail war durch die meteorologischen Bedingungen sehr anspruchsvoll.
Aufgrund der letzten Trainings habe ich das Gespann umgestellt. Aramis und Porthos haben sich als Leithunde mit Potenzial erwiesen und für Saignelégier sollte Aramis die Chance erhalten, neben Fajara im Lead zu laufen.
Wegen des anspruchsvollen Trails nahmen wir es gemütlich. Am Samstag haben meine Leader sich aussergewöhnlich unkonzentriert gezeigt. Dafür gingen die Überholmanöver (zwei Mal ein Malamuten-Gespann überholt, ein Mal von einem Alaskan Husky Gespann überholt) einwandfrei. Ich überlegte mir, für den zweiten Tag Aramis aus dem Lead zu nehmen. Aber erfahrene Musher haben mir gesagt, dass er es bestimmt besser machen würde am zweiten Tag (weil er halt als junger Hund am ersten Tag die neue Gegend noch kennenlernen musste). Und so änderte ich nichts am Team für den zweiten Tag. Und tatsächlich lief Aramis einwandfrei, hat sogar einmal die falsch laufende Fajara auf den richtigen Kurs korrigiert. Das Team war super drauf und ich musste es ziemlich runterbremsen, damit sie sich bei den relativ hohen Temperaturen und bei der Luftfeuchtigkeit nicht überanstrengten. Wieder wurden wir vom Alaskan Husky Team überholt, diesmal aber deutlich später. Und wieder haben wir das Malamuten-Team überholt. Es war in einer Steigung auf einer relativ schmalen Strasse. Das Manöver ging gut. Dennoch wollte ich ein bisschen Land gewinnen und habe in der Steigung an Tempo zugelegt. Natürlich habe ich selber auch mitgeholfen, war öfter am Rennen und Wagen stossen als ich auf dem Wagen war. Als wir oben ankamen sah ich, dass Porthos' Leine durchhing. Er begann leicht zu wanken. Ich schaute einen kurzen Augenblick zu - vielleicht würde er sich wieder fangen... Aber es ging nicht besser und so nahm ich ihn aus dem Gespann und lud ihn auf den Wagen. Mit fünf gings ein bisschen weiter. Ich machte eine kurze Pause, um Porthos auf dem Wagen besser zu positionieren und den Zustand der anderen Hunde zu prüfen. Weil ich feststelle, dass auch Gaëna und Athos sich in der Steigung ziemlich verausgabt hatten beschloss ich, das Rennen beim nächsten Streckenposten abzubrechen. Athos durfte auf dem Wagen des nachfolgenden Mushers mitfahren, Gaëna konnte ich wieder einspannen, weil ich wusste, dass der nächste Streckenposten nicht weit weg war.
Ich wurde beim nächsten Streckenposten abgeholt. Die Hunde - ausser Horak, den ich nicht bei fremden Leuten lassen wollte - liess ich dort und holte mein Auto um die Hunde abzuholen. Porthos, Athos und Gaëna wurden vom Tierarzt kurz untersucht. Athos und Gaëna waren wieder soweit erholt, Porthos war etwas unterkühlt und dehydriert. Auch er erholte sich aber schnell wieder. Meine Entscheidung, das Rennen abzubrechen, erhielt von vielen Seiten Lob. Nach diesem Rennen weiss ich: Porthos muss noch lernen, seine Kräfte besser einzuteilen. Er ist mein "Null oder 100"-Hund. So gemütlich er auch die meiste Zeit ist: Wenn es ans Arbeiten geht, gibt er Vollgas. Das war jetzt in Saignelégier eben zu viel.
Und so wurde Saignelégier zur lehrreichen Lektion - für alle.
15./16. November 2025 - Thun (Dryland)
Thun war eine Première, auf die hin ich besonders nervös war. Erstmals lief ich mit einem Sechsergespann ausschliesslich mit Hunden aus meinem Rudel. Und meine drei Nachwuchs-Athleten Aramis, Athos und Porthos nahmen erstmals an einem Rennen teil. Eine Freundin von mir hat sich anerboten, mitzufahren um allenfalls eingreifen zu können. Aber nach dem ersten Lauf wurden wir darauf hingewiesen, dass das nicht reglementskonform ist... Beifahrer dürfen nur mitkommen für zusätzliches Gewicht.
Am Samstag war es sehr warm. Die Hunde suchten sich selber eine Abkühlung und Erfrischung in den zahreichen Pfützen auf der Panzerpiste. Fajara stellt sich immer mehr als eine wahre Perle heraus. Horak war vermutich etwas zu nervös und hatte Mühe, die Kommandi umzusetzen. Aber Fajara drückte und zog in in den Kurven rum. Ich habe das Tempo ziemlich gedrosselt wegen der Wärme. Aramis war das dennoch zu viel und er war am Ziel ziemlich am Ende. Den Rest des Tages lag er nur noch rum, zeigte aber keine Anzeichen auf Überhitzung. Ich überlegte mir, ob ich am Sonntag überhaupt noch starten wollte. Aber mit der Aussicht, dass die Temperaturen sinken würden entschied ich mich, Aramis am zweiten Tag nicht mitzunehmen und das Gespann umzustellen. Horak kam zu Porthos in den Wheel, Gaëna habe ich in den Lead genommen und Athos lief alleine im Swing. Es war eine Freude, diesem Gespann zuzuschauen. Fajara und Gaëna harmonieren super im Lead und Gaëna hatte nicht die Flausen, die sie im Training hat wenn sie im Lead ist. Als ob sie mir sagen wollte: "Ich bin jetzt lang genug im Swing gelaufen - ich gehöre in den Lead". Athos war im Swing alleine ebenfalls super. Horak liess sich noch da und dort ablenken - zum Beispiel als wir an trainierenden Pferden vorbeifuhren. Da zog er zu den Pferden und ich war froh, war er nicht im Lead... sonst hätte er mir das ganze Gespann durcheinander gebracht. Aber Gaëna, Fajara und die anderen spurten super, sodass Horak keine Chance hatte und wohl oder übel mitziehen musste. Wir wurden im zweiten Lauf zwei Mal von grösseren Gespannen überholt und das ging super.
Eine durchaus gelungene Première. Wir fuhren noch keine schnellen Zeiten - aber für dieses erste Rennen waren es andere Faktoren, die zählten.
Aramis hat sich wieder gut erholt und ist wieder der alte. Als wir zurückkamen und ich ihn ans Stakeout holte, hat er mich freudig begrüsst.